Für Sprecher

Sprach­aufnahmen zu Hause: Mikrofon, Raum, Pegel

Für eine gute Aufnahme brauchst du kein Tonstudio. Du brauchst einen ruhigen Raum, den richtigen Abstand und einen sauberen Pegel. Das Mikrofon kommt erst danach.

8 Min. Lesezeit

Wer anfängt, Texte einzusprechen, denkt meist zuerst ans Mikrofon. Dabei entscheidet etwas anderes viel stärker darüber, ob eine Aufnahme angenehm klingt: der Raum, in dem du sprichst. Ein teures Mikrofon in einem hallenden Zimmer klingt schlechter als ein Smartphone in einem ruhigen, gut eingerichteten Raum.

Deshalb gehen wir in der Reihenfolge vor, in der es wirklich zählt: Raum, Störgeräusche, Mikrofon, Abstand, Pegel.

Der Raum ist wichtiger als das Mikrofon

Hall entsteht, wenn deine Stimme von harten Flächen zurückgeworfen wird: kahle Wände, Fliesen, Fenster, Holzböden. Das Mikrofon nimmt diese Rückwürfe mit auf, und die Stimme klingt hohl und weit weg. Nachträglich lässt sich das kaum entfernen.

Weiche Dinge schlucken den Schall: Vorhänge, Teppiche, ein Sofa, Kissen, ein gefülltes Bücherregal, ein offener Kleiderschrank. Ein kleiner, vollgestellter Raum ist darum meist besser als ein großes, leeres Wohnzimmer. Mache den Test: Klatsche einmal kräftig in die Hände. Hörst du ein deutliches Nachklingen, such dir einen anderen Platz oder hänge eine dicke Decke hinter dich und vor dich.

Störgeräusche finden, bevor das Mikrofon sie findet

Viele Geräusche nimmt man im Alltag gar nicht mehr wahr, das Mikrofon schon. Typische Quellen sind Kühlschrank, Heizung, Lüftung, der Lüfter des Laptops, Waschmaschine und Straßenverkehr.

1
Fenster und Türen schließen
Schon ein gekipptes Fenster bringt Verkehr, Wind und Vögel in die Aufnahme.
2
Geräte ausschalten
Was du abschalten kannst, schaltest du ab. Den Laptop stellst du möglichst weit weg vom Mikrofon.
3
Handy in den Flugmodus
Benachrichtigungen unterbrechen nicht nur, ein Telefon in Mikrofonnähe kann auch Brummen und Knacken verursachen.
4
Stille aufnehmen und anhören
Nimm zehn Sekunden auf, ohne zu sprechen, und hör sie dir mit Kopfhörern an. Alles, was du dort hörst, liegt später unter deiner Stimme.

Welches Mikrofon reicht?

Für den Einstieg reicht oft das Smartphone. Moderne Handys nehmen Sprache erstaunlich gut auf, wenn Raum und Abstand stimmen. Auch ein einfaches Headset mit Mikrofon am Bügel kann gut funktionieren, weil es immer im gleichen Abstand zum Mund bleibt.

Wer mehr will, greift zu einem USB-Mikrofon, das direkt am Rechner hängt. Dabei gibt es zwei Bauarten:

+

Dynamisches Mikrofon

Nimmt vor allem auf, was direkt davor passiert, und weniger vom Raum. In normalen Wohnräumen deshalb oft die verzeihendere Wahl. Braucht einen geringen Abstand.

+

Kondensatormikrofon

Klingt detailreich und offen, hört aber auch den Raum, das Rauschen und den Kühlschrank in der Küche nebenan mit. Lohnt sich vor allem in einem ruhigen, gedämpften Raum.

Ein Mikrofon allein macht keine gute Aufnahme. Gib dein Geld lieber zuerst für Decken, Vorhänge oder einen Teppich aus, bevor du ein teureres Mikrofon kaufst.

Abstand und Haltung

Eine gute Faustregel ist etwa eine Handbreit Abstand zwischen Mund und Mikrofon. Näher dran klingt die Stimme voller und der Raum tritt zurück, zu nah wird es dumpf und jedes Atmen ist zu hören. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass der Abstand während der ganzen Aufnahme gleich bleibt. Sonst schwankt die Lautstärke von Satz zu Satz.

Laute wie P und B erzeugen einen Luftstoß, der im Mikrofon ploppt. Ein Poppschutz hilft, oder du sprichst knapp seitlich am Mikrofon vorbei statt direkt hinein. Sitze aufrecht oder stehe, dann hat deine Stimme mehr Luft.

Der Pegel: nicht zu laut, nicht zu leise

Der Pegel zeigt, wie stark das Signal ist, das beim Aufnehmen ankommt. Gemessen wird in dBFS. Die Obergrenze liegt bei 0 dBFS. Was darüber hinausgeht, wird abgeschnitten und klingt verzerrt. Diese Übersteuerung lässt sich später nicht reparieren.

Zu leise ist aber auch nicht gut. Eine leise Aufnahme muss nachträglich verstärkt werden, und dabei wird das Grundrauschen des Raums mit lauter. Als Faustregel gilt: Die lautesten Stellen deiner Stimme sollten deutlich unter 0 dBFS bleiben, etwa im Bereich von −12 bis −6 dBFS. Stelle den Pegel mit einem Probesatz ein, den du so laut sprichst wie die lautesten Stellen im Text.

Neben dem Spitzenpegel gibt es die Lautheit, gemessen in LUFS. Sie beschreibt, wie laut eine Aufnahme für Menschen wirkt. Plattformen gleichen die Lautheit an, damit nicht jede Aufnahme unterschiedlich laut klingt. Auch OKAYPLAY passt die Lautheit für die Wiedergabe an. Du musst also nicht laut aufnehmen, sondern sauber.

Was das OKAYPLAY-Studio prüft

Im Aufnahme-Studio von OKAYPLAY nimmst du direkt im Browser auf. Nach jeder Aufnahme misst das Studio die Lautheit, den Spitzenpegel und das Rauschen in deinen Sprechpausen. Das Ergebnis siehst du sofort, auffällige Stellen werden markiert. So merkst du schon beim ersten Satz, ob der Raum zu laut ist oder der Pegel nicht passt, und nicht erst am Ende eines langen Textes.

Versprecher sind kein Problem. Du sprichst den Satz einfach noch einmal, wählst den besten Versuch und schneidest ihn bei Bedarf zu.

Sprechen: ein paar Gewohnheiten, die helfen

Lies den Text einmal komplett, bevor du aufnimmst. Schlage unbekannte Namen und Fachbegriffe nach. Stell dir ein Glas Wasser hin. Sprich etwas langsamer, als es sich für dich natürlich anfühlt, und gönne dir Pausen zwischen den Absätzen. Und stell dir eine Person vor, der du den Text erzählst. Das hört man.

Eine gute Aufnahme ist keine Frage teurer Technik, sondern eine Aufnahme, der man gern zuhört: klar, ruhig und menschlich.

Was du als Sprecher bei OKAYPLAY verdienen kannst, rechnen wir in unserem Text 2 Cent pro Wiedergabe ehrlich vor.

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