Nicht jeder liest gern am Bildschirm. Manche sind unterwegs, kochen gerade oder haben die Hände voll. Andere haben eine Sehbeeinträchtigung, eine Leseschwäche oder lesen Deutsch nicht als Muttersprache. Für all diese Menschen ist ein Text, den man sich anhören kann, ein echter Gewinn.
Wer eine Website betreibt, steht deshalb früher oder später vor der Frage: Wie bekomme ich eine Vorlesefunktion auf meine Seite? Die Antwort hängt davon ab, was dir wichtig ist. Hier sind die fünf gängigen Wege, ehrlich eingeordnet.
1. Die Vorlesefunktion des Browsers
Viele Browser und Smartphones können Webseiten bereits selbst vorlesen. In Chrome am Computer öffnet man dafür den Lesemodus und startet dort die Wiedergabe. Microsoft Edge bietet „Laut vorlesen“ direkt im Menü, Firefox liest Texte über die Leseansicht vor. Auf dem iPhone gibt es in den Bedienungshilfen „Auswahl sprechen“ und „Bildschirminhalt sprechen“, auf Android-Geräten lassen sich markierte Texte vorlesen.
Der Vorteil: Du musst nichts tun. Die Funktion ist schon da und kostet nichts.
Der Nachteil: Deine Besucher müssen sie kennen und finden. Die meisten wissen nicht, dass es sie gibt. Gelesen wird mit einer Computerstimme, deren Klang vom Gerät abhängt. Und du hast keinen Einfluss darauf, wie Namen, Fachbegriffe oder Abkürzungen ausgesprochen werden.
2. Screenreader
Screenreader wie VoiceOver, TalkBack oder NVDA lesen nicht nur Texte vor, sondern die gesamte Oberfläche: Menüs, Schaltflächen, Formulare. Sie sind ein Hilfsmittel für blinde und stark sehbehinderte Menschen, die damit jede Seite bedienen.
Einen Screenreader baust du nicht ein. Deine Aufgabe ist eine andere: eine sauber aufgebaute Seite mit echten Überschriften, beschrifteten Bildern und Schaltflächen, die sich ohne Maus bedienen lassen. Das ist die Grundlage jeder barrierefreien Website. Eine zusätzliche Vorlesefunktion ersetzt diese Arbeit nicht, sie ergänzt sie. Mehr dazu steht in unserem Text über Barrierefreiheit und das BFSG.
3. KI-Vorlesedienste
Eine Reihe von Anbietern verwandelt Texte automatisch in Audio. Du bindest ein Plugin oder ein Skript ein, wählst eine synthetische Stimme, und jeder neue Text wird sofort vertont.
Der Vorteil: Es geht schnell, und viele Dienste beherrschen zahlreiche Sprachen. Wer Inhalte in mehreren Sprachen gleichzeitig anbieten will, kommt an solchen Lösungen kaum vorbei.
Der Nachteil: Die meisten Dienste kosten eine monatliche Gebühr. Die Stimmen sind besser geworden, klingen aber über längere Texte gleichförmig. Bei Eigennamen, Zahlen und Abkürzungen liegen sie regelmäßig daneben. Außerdem geht dein Text zur Verarbeitung an einen Dienstleister. Prüfe deshalb, wo die Daten verarbeitet werden und ob es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt. Einen direkten Vergleich zu einem bekannten Anbieter findest du auf unserer Seite BeyondWords-Alternative mit echten Stimmen.
4. Selbst einsprechen
Du kannst deine Texte auch selbst aufnehmen und als Audiodatei unter den Text setzen. Das klingt persönlich, und deine Leser hören genau die Person, die den Text geschrieben hat.
Der Haken ist der Aufwand. Jeder neue Text braucht eine Aufnahme, jede Korrektur am Text eigentlich eine neue. Dazu kommen ein ruhiger Raum, ein brauchbares Mikrofon und etwas Übung. Wie das gelingt, beschreiben wir in unserem Ratgeber zu Sprachaufnahmen zu Hause. Für einzelne wichtige Seiten ist das ein guter Weg. Für einen Blog mit regelmäßig neuen Texten wird es schnell zur Dauerbaustelle.
5. Echte Sprecher über OKAYPLAY
OKAYPLAY verbindet die Vorteile der beiden letzten Wege: echte menschliche Stimmen, ohne dass du selbst aufnehmen musst. Du bindest einmal eine Zeile Code ein oder installierst unser WordPress-Plugin. Das Skript erkennt deine Texte automatisch, Sprecher aus unserem Netzwerk lesen sie ein, und die Aufnahmen werden geprüft, bevor sie freigegeben werden. Erst dann erscheint die Abspieltaste über deinem Text.
Für dich als Webseitenbetreiber ist das kostenlos. OKAYPLAY finanziert sich über Audiowerbung, die Sprecher werden für vergütete Wiedergaben bezahlt.
Was du wissen solltest: Ein Mensch braucht Zeit. Je nach Textlänge dauert es in der Regel wenige Stunden bis einen Tag, bis ein Text vertont ist. Sprecher wählen ihre Texte selbst aus, du kannst einzelne Texte aber priorisieren. Und OKAYPLAY konzentriert sich auf deutschsprachige Texte.
Die fünf Wege im Überblick
| Weg | Stimme | Kosten für dich | Aufwand für dich | Verfügbar |
|---|---|---|---|---|
| Browser | Computerstimme, je nach Gerät | keine | keiner | sofort, wenn Besucher die Funktion kennen |
| Screenreader | Computerstimme | keine | barrierefreier Aufbau der Seite | Hilfsmittel der Nutzer |
| KI-Dienst | synthetisch | meist Abo | Einrichtung, Stimme wählen | sofort |
| Selbst einsprechen | deine eigene | Zeit und Technik | hoch, für jeden Text | sobald du aufgenommen hast |
| OKAYPLAY | echte Sprecher | keine | eine Zeile Code oder Plugin | meist Stunden bis ein Tag |
Woran du die Entscheidung festmachst
Wie wichtig ist der Klang?
Wenn Vertrauen und Persönlichkeit zählen, etwa bei Fachtexten, Ratgebern oder einem Unternehmensblog, spricht viel für eine echte Stimme.
Wie viele Sprachen?
Mehrsprachige Seiten sind mit KI-Diensten einfacher abzudecken. Für deutschsprachige Inhalte ist das kein Argument.
Wie schnell muss es gehen?
Eilmeldungen brauchen Audio in Minuten. Ratgeber, Hintergrundtexte und Blogbeiträge vertragen ein paar Stunden Vorlauf.
Wer trägt den Aufwand?
Die Browserfunktion schiebt ihn zu den Besuchern, die eigene Aufnahme zu dir. Ein Dienst nimmt ihn beiden ab.
Wie die Einbindung im Detail funktioniert, zeigt die Seite Audio-Player in die Website einbinden. Alles zum Ablauf für Webseitenbetreiber findest du unter Kostenlose Vorlesefunktion für die Website.